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Schulmuseum Schwäbisch Gmünd

Veröffentlicht in AG 60plus

Großen Mut bewies die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Seniorinnen und Senioren, als sie zu zwei Vorträgen in Schulmuseum im „Klösterle“ in Schwäbisch Gmünd einlud.

Nein, es waren keine Vorträge im klassischen Stil. Karl Koschorreck ehemaliger Gymnasiallehrer, nahm die zahlreichen Besucher in seinem Vortrag mit auf die Zeit des Nationalsozialismus in den Schulen. Wochensprüche der NSDAP – Aushänge in den Schulen, Betrieben und Hausfluren während des Krieges. Häufig wurde die Religion missbraucht mit Durchhalteparolen für die NSDAP. Schulbücher waren einseitig, dogmatisch und auf den „Führer“ ausgerichtet. Schulbuch für Mädchen: Heroismus der Frau, die ihren Mann im Kriege weiß, der Muttertag – bis dahin ein internationaler Frauentag – wurde mit der Verleihung der Mutterkreuze NS-mäßig ersetzt, Lehrerinnen durften nicht auf Gymnasium lehren, sondern nur an Volksschulen. Andererseits mussten Frauen in den Munitionsfabriken schwere Arbeit leisten.

Manfred Schramm, Historiker, nahm sein Buch „…bevor die Erinnerung verblasst“ als Vorlage für seine Ausführungen. Die Geschichtswerkstatt über Lorch in der NS-Zeit hatte über hundert Zeitzeugen befragt, frei nach Friedländer „gebt der Geschichte einen Namen“. Die Euthanasie-Opfer in Grafeneck waren auch aus Lorch. Die Hitlerjugend war als Nachwuchs für die SS missbraucht worden, das Lorcher Kloster sollte lt. Himmler eine NS-Weihestätte werden. Die Gegner des NS-Regimes wurden gedemütigt, inhaftiert und auf „schwarzen Listen“ geführt – nach dem „Endsieg“ ein Todesurteil. Ein jüdisches Kind konnte durch die Zivilcourage einer Lorcherin gerettet werden. Viele Aspekte des Terrorregimes ließen immer wieder fragen: Wie konnte das passieren?

Frau Fetzer – die Gründerin des Schulmuseums – antwortete auf die Frage nach dem  Sinn eines Schulmuseums damit, dass das Geschichtsbewusstsein in allen Facetten hoch gehalten werden müsse. Ihr wurde von einem Zuhörer eine Fibel aus der NS-Zeit für das Schulmuseum geschenkt. Die Vorsitzende von 60plus Marga Elser dankte Frau Fetzer für die Gastfreundschaft und den beiden Referenten für die hervorragenden Ausführungen. Ein Rundgang durchs Schulmuseum schloss sich an.  

 

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Leni Breymaier MdB